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RECHT AKTUELL: Neue Gesetze ab 01.01.2026 – Das ändert sich für Verbraucher, Arbeitnehmer und Autofahrer

Auch zum Jahresbeginn 2026 treten wieder zahlreiche gesetzliche Änderungen in Kraft, die viele Menschen im Alltag betreffen. Hier finden Sie einen kompakten Überblick wichtiger und interessanter Änderungen:

1. Mindestlohn steigt auf EUR 13,90
Ab dem 1. Januar 2026 gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von EUR 13,90 pro Stunde. Auch die Minijob-Grenze steigt auf EUR 603,00 monatlich, weil sie an den Mindestlohn gekoppelt ist. Das wiederum bedeutet, dass Arbeitnehmer mehr verdienen und Arbeitgeber höhere Lohnkosten einkalkulieren müssen.

2. Mehr Sozialabgaben für Gutverdiener
Die Beitragsbemessungsgrenzen in Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wurden erhöht. Dementsprechend müssen künftig höhere Sozialbeiträge einkalkuliert werden.

3. Die neue „Aktivrente“
Rentnerinnen und Rentner dürfen ab 2026 bis zu EUR 2.000,00 monatlich hinzuverdienen, ohne Abzüge bei der Rente zu befürchten. Das ist also für all diejenigen interessant, die im Ruhestand aktiv bleiben und steuerlich günstig hinzuverdienen möchten.

4. Steuerliche Entlastungen
Der Grundfreibetrag steigt, Kinderfreibetrag und Kindergeld werden teilweise erhöht, die Pendlerpauschale steigt auf 38 Cent pro Kilometer. Ergebnis: Viele Steuerpflichtige werden entlastet und behalten mehr Nettogehalt.

5. Deutschlandticket wird teurer
Das Deutschlandticket bleibt bestehen, wird aber moderat teurer. Trotz Preiserhöhung bleibt es weiterhin eine günstige Alternative für Pendler.

6. Wichtige Änderungen für Autofahrer
– Pflicht-Notrufsystem (NG-eCall) in neu zugelassenen Fahrzeugen
– Führerscheinumtausch für bestimmte Jahrgänge endet
– CO₂-Preis steigt bzw. wird neu geregelt, Kraftstoffpreise könnten dadurch längerfristig anziehen

7. Änderungen im Straf- und Bußgeldrecht
7.1. Bußgeldverfahren werden digitaler
Ab 2026 werden Bußgeldstellen und Gerichte verstärkt auf elektronische Akten umstellen. Die Folge: Verfahren laufen schneller, Bescheide kommen früher.

7.2. Umweltstrafrecht wird verschärft
Deutschland setzt eine EU-Vorgabe um: Umweltdelikte wie Gewässerverunreinigung oder schwere Abfallverstöße sollen strenger bestraft werden. Folge: Höhere Strafen für schwere Umweltverstöße.

7.3. Strengere Regeln bei Sanktionen und Exporten
Geplant sind härtere Straf- und Bußgeldregeln bei Verstößen gegen EU-Sanktionen und Exportvorschriften. Folge: Mehr Verantwortung für Unternehmen.

7.4. Verkehrsverstöße werden schneller verfolgt
Durch mehr Digitalisierung können Verkehrsverstöße schneller erfasst und bearbeitet werden. Folge: Bußgeldbescheide kommen rascher und sind präziser dokumentiert.

Fazit
2026 bringt sowohl finanzielle Vorteile als auch strengere Regeln in einzelnen Bereichen. Während Arbeitnehmer, Familien und Rentner von höheren Freibeträgen und Hinzuverdienstmöglichkeiten profitieren, werden Umwelt-, Unternehmens- und Verkehrsverstöße künftig stärker verfolgt. Wenn Sie wissen möchten, welche Auswirkungen diese Änderungen konkret für Sie oder Ihr Unternehmen haben, beraten wir Sie gerne persönlich (08.01.2026 ra)

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